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Das Dorf
Jühnde
ist ein idyllisches Dorf der Samtgemeinde Dransfeld in Südniedersachsen.
Es ist auf einer Hochebene westlich des Leinetals gelegen, ca. 14 km von
Göttingen entfernt.
Dass die Jühnder schon immer gewohnt waren ihre Probleme auf unkonventionelle
Art zu lösen, zeigt folgende kleine Geschichte zum Schmunzeln,
die einige vielleicht noch aus dem Lesebuch kennen:
Jühnde
ist weit und breit als das südhannoversche Schöppenstedt bekannt.
Man nennt seine Geschichten "Jünsche Kneepe". In ihnen
liegt keineswegs eine Verunglimpfung. Der Mensch des niedersächsischen
Berglandes besitzt soviel gesundes Selbstbewusstsein, dass er sich schmunzelnd
über sich selbst freuen kann.
Die
Jühnder kaufen ein Gewitter
Es
war ein trockener Sommer. Auf den Feldern verdorrte die Frucht. Die Jühnder
ersehnten Regen. Aber er wollte nicht kommen.
Da hielten sie auf dem Thie eine Versammlung und ratschlagten, wie er
am besten zu bekommen sei. Nach langem Beraten sprach einer, in der Apotheke
in Göttingen sei alles zu bekommen, von dort könnten sie wohl
auch den Regen erhalten. Der Vorschlag fand allgemeinen Beifall und es
wurde im Namen der Gemeinde einer in die Stadt geschickt, um den Regen
von dort mitzubringen. Der Bote ging in die Apotheke und forderte Regenwetter.
"Jawohl", sagte der Apotheker, der sogleich bemerkte, was es
damit für eine Bewandnis hatte,"ein Regenwetter könnt ihr
haben." Er hieß ihn warten und entfernte sich, um das Wetter
machen zu lassen. In der Nebenkammer fing er die dickste Stubenfliege,
setzte sie in eine kleine Schachtel und händigte diese dem Jühnder
aus. "Ihr dürft aber um Himmels willen die Schachtel nicht öffnen",
sagte der Apotheker, "sonst fliegt der Regen davon."
Lange bezwang der Bote seine Neugierde. Als er aber in den Leinebusch
gekommen war, konnte er nicht länger widerstehen. Er besah sich die
Schachtel, hielt sie ans Ohr und horchte. Ein Summen war vernehmbar. Schließlich
öffnete er ein wenig den Spalt der Schachtel. Das Geräusch
verstärkte sich. die Fliege witterte frische Luft. S u r r ! war
sie heraus. Der Bote sah etwas davonfliegen, wies mit der Hand nach Jühnde
und rief laut: "Husch, husch, husch up Jüne tau!"
Als er ins Dorf kam und sein Unglück erzählte, gerieten alle
Einwohner in Bewegung und zogen nach allen Seiten aus, um den Regen wieder
einzufangen, wobei sie unablässig riefen: "Up Jüne tau!"
aus "Tausendjähriges Jühnde - Eine Chronik
von Burg und Dorf"
von Joachim Jünemann
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